Wodka-Museum

File 240Russischer Name: Музей Истории Водки (sprich: muzej istorii wodki)
Adresse: Izmailowskoje Chausee im „Kremlin in Izmailovo“

Za zdorovje!

Denkt man an Russland, denkt man an Moskau, St.Petersburg und wahrscheinlich auch bald an Wodka. Das „Wässerchen“ ist bis heute das Nationalgetränk Russlands und ihm ist dieses Museum gewidmet. Von der Herstellung bis zu den politischen Einflüssen und den Trinkritualen: hier erfahren sie alles was sie wissen müssen! Abschließend bietet sich noch ein Besuch des „Tractir“-Restaurants an, wo sie sich eine Wodka-Verkostung gönnen und die alte russische Küche genießen sollten.
Wodka wird vornehmlich aus Roggen, Weizen oder Kartoffeln hergestellt. Polen und Russland beanspruchen beide den Titel als „Mutterland des Wodkas“. Ein letzter Beweis fehlt, wobei das Konkurrenz-Denken die Produktion erstklassigen Wodkas nur noch mehr ankurbelt.
Schon Peter der Große war großer Wodka-Fan. An jedem Feiertag lud er bis zu 1000 Gäste zu einem exzessiven Gelage ein, das seinesgleichen suchte. Das Fest glich mehr einem wahnsinnigen Treiben bei dem makabere und ordinäre Schauspiele aufgeführt wurden. Jeder bekam eine Rolle zugewiesen, wobei Peter selbst meistens als Schiffstrommler, umgeben von Zwergen und Tanzbären, auftrat.
Der Zar verstaatlichte den Wodka-Handel. Nach dem der Wodka-Ausschank durch lizensierte Kneipen nicht funktionierte, besteuerte er das Branntweingeschäft. 40% der staatlichen Einnahmen stammten damals aus dem Wodka-Verkauf. Unter Katharina der Großen durften nur noch bestimmte Personen den Schnaps herstellen. Der spätere Zar Nikolaus II. verbot seinen Landsleuten hingegen ihr Lieblingsgetränk ganz und brachte so alle gegen sich auf. Das Schwarzbrennen wurde zum Hobby schlechthin. Der Selbstgebrannte brachte mit ziemlicher Sicherheit körperliche Folgen mit sich, wobei der Trinkspruch „Auf die Gesundheit!“ eine ganz neue Bedeutung bekam.
In Russland gibt es heute über 5000 Brennereien und hunderte Sorten des beliebten Nationalgetränks. Nur noch eines ist richtig zu stellen: In Russland sagt man im Allgemeinen nicht „Na Zdorovje“ (Wohl bekomm´s!), sondern „Za Zdorovje“, was so viel bedeutet wie „Auf die Gesundheit“. Abgekürzt wird auch mit „Wasche/ Twajo zdorovje“ – „Auf eure/deine Gesundheit“.
Weitere Regeln, die befolgt werden sollten:
- vor jedem Wodka ein Trinkspruch (Auf die Gesundheit, die Liebe, die Freundschaft etc.)
- in die Augen sehen wird überbewertet
- es wird in einem Zug getrunken
- danach ein Häppchen (z.B. eine Essiggurke) essen!

Also zum Wohl und „Za Liubov“!!