Winterpalast

File 237Der Winterpalast soll hier unabhängig von der Eremitage (siehe Museen) Beachtung finden, da er als politisches Gebäude, bis 1917 das Zentrum der Macht war. Ab 1762 bis zum „Sturm auf den Winterpalast“ lebten hier die Zarenfamilien. Die Tochter Peter des Großen, Elisabeth I., ließ 1754 von dem damaligen Hofarchitekten Bartolomeo Rastrelli den Winterpalast als Sitz der Zaren erbauen. Der Palast sollte alles andere in Schönheit und Eleganz übertreffen. 4000 Menschen arbeiteten acht Jahre an der Fertigstellung. Hunderte Zwangsarbeiter verloren dabei ihr Leben. Der barocke Palast mit seinen 460 Zimmern wurde 1762 fertig gestellt. Katharina die Große (II.) ließ den Palast später neoklassizistisch umgestalten. Sie beginnt Kunst zu sammeln und legt den Grundstein für die Eremitage. 1837 löst ein Fehler im Bau des Belüftungssystems einen Brand aus und der Palast wird Innen fast vollkommen zerstört. Schon 1839 wird der Winterpalast wieder komplett nachgebaut. Später kommt noch eine einladende Gartenanlage hinzu.
File 135Mit der Februarrevolution 1917 endet die Ära der Zaren. Aufgrund des ersten Weltkrieges wird die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern immer schlechter. Es kommt zu Aufständen und Demonstrationen. Bald darauf wird Zar Nikolaus durch einen Generalstreik der Bevölkerung gezwungen abzudanken. Daraufhin wird die Zarenfamilie in Zarskoe Selo festgehalten. Der Winterpalast wird vorübergehend zum Sitz der Übergangsregierung von Kerenskij. Mit dem Sturm auf den Winterpalast am 24.Oktober 1917 durch die Roten Garden endet für den Winterpalast und St. Petersburg die Zeit als Zentrum der Macht. Der Winterpalast wird zum Museum deklariert. Vladimir Lenin und Leo Trotzkij installieren den Rat der Volkskommissare und verlagern den Sitz der Regierung im März 1918 nach Moskau.
Die Romanows werden nach Jekaterinburg gebracht und dort interniert. Der letzte Funke Hoffnung auf ein Leben im Exil erlischt. Am 17.Juli 1918 wird die Familie mit Zustimmung der neuen Regierung erschossen. Niemand überlebt.