Staatliches Museum der politischen Geschichte Russlands

File 231Staatliches Museum der Politischen Geschichte Russlands

Russischer Name: Государственный музей политической истории России (sprich: gosudarstvennyj musej polititscheskoj istorii Rossii)
Adresse: Uliza Kujbyscheva 2-4
 

Das Museum besteht aus mehreren Häusern. Ein Gebäude wurde 1909-10 im Auftrag des Kaufmanns Wassiliy Brandt von dem Architekten Johann F. Meltser erbaut. Verschiedene Stilelelemente des Neoklassizismus, des Jugendstils und des Symbolismus prägen die Fassade. Brandt verließ 1917 im Zuge der Revolution Russland für immer. 40 Jahre später wurde hier das Museum der Politischen Geschichte Russlands eingerichtet. Brandts Haus wurde in den fünfziger Jahren durch einen Zwischenbau mit der Jugendstilvilla von Mathilda Kschessinskaja verbunden. Die Kschessinskaja war eine der besten Balletttänzerinnen des Marinskij-Theaters ihrer Zeit. Gerüchten zufolge war sie eine Mätresse des Zaren Nikolaus II., der für sie die Villa erbauen ließ. 1920 kehrte sie Russland für immer den Rücken und ging nach Paris.
Schon wegen seiner dekorativen Architektur ist das Gebäude einen Besuch wert. Umso grotesker erscheint auch die Tatsache, dass in so einem schönen und verspielten Gebäude in den zwanziger Jahren das erste Hauptquartier der „Roten Räte“ und dann das „Museum der großen Revolution“ eingerichtet wurde.
Heute beherbergt das Museum unzählige Exponate, die oft von Zeitzeugen gespendet wurden. Besonders amüsant sind die propagandistischen Einzelstücke des Personenkults um Stalin oder Lenin.
Es gibt immer wieder verschiedene Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen wie dem KGB, dem Großen Vaterländischen Krieg, der Duma, Tschernobyl, Katyn, der Gruppe Narodnaja Volnja etc. Eine besondere Ausstellung widmete sich den politischen Gefangenen der Bolschewiken. Auch aktuellen Themen wie Tschetschenien erregen Aufsehen.
Die Ausstellungen wechseln, doch eines bleibt: Im Dachboden ist Lenins Arbeitszimmer zu bewundern.