Peterhof

File 219Das Russische Versailles

Russischer Name: Петергоф (sprich: Petergof) Früher: Petrodworez
Adresse: 30km westlich von St. Petersburg
 

30km östlich von St. Petersburg befindet sich eine weitere Residenz der Zaren: der Peterhof. Der Peterhof wurde bereits 1990 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt und gehört zu den schönsten Schlossanlagen der Welt. Wer also länger als zwei Tage in Petersburg verweilt, sollte sich unbedingt diesen kleinen Ausflug gönnen und, wenn möglich, mit dem Schiff (Ablegestelle Eremitage) zum Peterhof fahren. Die Fahrt dauert ca. 30min. File 95Kommt man wie die Zaren damals mit dem Schiff, eröffnet sich von der Anlegestelle aus ein Blick auf den Petershof, der seines gleichen sucht: Auf einem Hügel erstreckt sich der prachtvolle Peterhof mit seinen barocken Parkanlagen und atemberaubenden Wasserspielen.
Nach dem Sieg über die Schweden verwirklichte Peter seine Idee für die Zarenresidenz. Sie steht symbolisch für Peters Herrschaft über die Meere. Das Wasser, bzw. die Wasserspiele, Brunnen und Fontänen, stehen hier im Mittelpunkt.File 116
Der Meereskanal führt direkt auf die große Kaskade zu, eine der größten Brunnenanlagen der Welt. Beeindruckend ist vor allem auch die Technik: es gibt keine Pumpe, sondern das Wasser fließt durch genau Gefälleberechnungen. Das Wasser fällt eine mit Marmorstatuen gesäumte Treppe hinab in ein Marmorbecken in dessen Mitte sich die Samson-Fontäne erhebt. Aus dem Maul des Löwen schießt ein 22m hohe Wasserstrahl. Die biblische Gestalt Samson bezwingt den Löwen und kann analog zu Russlands Sieg über die Schweden verstanden werden.
File 128Vorbei an der Großen Kaskade kommt man zum Eingang des 275m langen Palastes. Es gibt ca. 30 Zimmer zu besichtigen und natürlich eine Palastkirche. Viele Zimmer wurden im klassizistischen Stil umgebaut. Zu den schönsten Räumen gehören der Portraitsaal, das Kronzimmer, das Eichenholzkabinett und das Rebhuhnzimmer.
Kommt man mit der Bahn zum Peterhof, betritt man das Gelände auf der Südseite durch den Oberen Park. Vor dem Eingang steht der Neptun Brunnen, der ursprünglich für die Stadt Nürnberg geplant war. Da die Nürnberger damals jedoch kein Geld hatten, verkauften Sie den Brunnen an Zar Paul I. (1754-1801).
File 141Direkt am Meer befindet sich noch Peters Schlösschen namens Montplaisir. Wie alle seine Häuser wirkt das Gebäude sehr bescheiden und klein für einen Mann, der sowohl politisch, als auch körperlich „groß“ war. Zu dem Haus, im holländischen Stil, gehört ein liebevoll angelegter Garten mit mehreren Scherzfontänen. Erst seine Tochter Elisabeth ließ das Schlösschen von Architekt Rastrelli im barocken Stil erweitern.
Der große Palast und sein atemberaubender Garten wurden von mehreren westlichen Architekten entworfen, erbaut und eingerichtet und konnte 1723, zwei Jahre vor Peters Tod, eingeweiht werden.