Nabokov Museum

File 207Russischer Name: Музей В.В. Набокова
Adresse: Bolschaja Morskaja Uliza 47
Internet: http://nabokov.museums.spbu.ru/En/

Vladimir Nabokov – Lolita und der Schmetterling

Vladimir Nabokov, geboren 1899 in St.Petersburg, verstorben 1977 in der Schweiz, war einer der größten und vielseitigsten Schriftsteller des 20.Jahrhunderts. Er gehört zu den wenigen Schriftstellern, die ihr Werk selbst in verschiedene Sprachen übersetzten. Seine Kindheit und Jugend verbringt er in der Bolschaja Morskaja Uliza 47, in der heute das Nabokov-Museum untergebracht ist. Seine Familie gehört zu einer gebildeten Oberschicht, die sehr westlich orientiert ist. Der Vater besitzt eine Bibliothek mit 11.000 Bänden und ist mit vielen Schriftstellern, Künstlern und Intellektuellen befreundet. So ist es auch kein Wunder, dass der junge Vladimir bereits mit 17 Jahren seinen ersten Gedichtband herausbringt.
1917 verlässt die Familie Russland für immer. Nabokovs Odyssee beginnt. Über die Krim gelangt die Familie nach England, wo Nabokov in Cambridge Naturwissenschaften und russische, sowie französische Literatur studiert. Hier entzündet sich seine zweite Leidenschaft: Schmetterlinge. Seine Familie lebt mittlerweile in Berlin, wo der Vater 1922 ums Leben kommt. Eines der schlimmsten Ereignisse in Nabokovs Leben. 1936 geht Nabokov nach Paris, drei Jahre später nach New York, wo er als Experte für Schmetterlinge im Museum für Naturwissenschaften arbeitet. Das Schreiben gibt er dennoch nicht auf. 1948 erhält er durch Beziehungen und seiner hervorragenden Arbeit über Gogol eine Professur für Literatur an der Cornell-Universität. Bald darauf erscheint sein Werk „Lolita“, das aufgrund der Liebe des fünfzigjährigen Humbert zu seiner zwölfjährigen Stieftochter sehr umstritten war und Nabokov fast über Nacht weltberühmt macht. Ab 1959 widmet sich Nabokov nur noch der Schriftstellerei und seinen Schmetterlingen. Er wandert mit seiner Frau Vera in die Schweiz aus, wo er 1977 stirbt.

Da sein Werk bis 1985 in der UdSSR verboten war, wurde das Museum erst 1996 eröffnet. Das Museum gehört heute zur Fakultät für Philologie und Kunst und beherbergt eine riesige Bibliothek, die auch für die Besucher zugänglich ist. Ausgestellt sind Nabokovs Schmetterlinge, seine wunderbaren Zeichnungen und seine Bücher und Entwürfe. Besonders sehenswert ist natürlich auch das Haus selbst das einen Einblick in die Zeit vor der Revolution gewährt.

Hier eine kleine Auswahl aus Nabokovs Werk, die in keiner Hausbibliothek fehlen sollte:

- Lolita
- Die Gabe
- Ada oder das Verlangen
- Einladung zur Enthauptung
- und natürlich sein autobiographisches Werk: „Erinnerung, sprich!“, das von seiner Kindheit und Jugend in St. Petersburg erzählt.