Land & Leute

Geografie  
 Lage

St. Petersburg (ehemaliges Petrograd, Leningrad) wurde 1703 von Peter dem Großen gegründet, um das Land gegen die Schweden verteidigen zu können und einen Zugang zur Ostsee zu haben. Die Stadt liegt am finnischen Meerbusen an der Mündung der Newa im nord-westlichen Russland. St. Petersburg besteht aus mehreren Inseln und befindet sich nur ein paar Meter über dem Meersesspiegel. Die Gefahr einer Überschwemmung ist immer gegeben. Die schwere Flutkatastrophe von 1824 läßt den Meeresspiegel um 4 Meter ansteigen. Tausende ertrinken in den Fluten.

Koordinaten: 59°57' nördliche Breite, 30°20' östliche Länge.

 Klima

Die beste und beliebteste Reisezeit sind die "Weißen Nächte" während der Sommersonnenwende im Juni (21.6), wenn die Sonne nicht mehr untergeht.

Am wärmsten sind die Monate Mai bis September. Aber auch ein verschneites St. Petersburg hat seinen Charme. Die Temperaturen fallen von Dezember bis Februar bis -10 Grad. Durch den kalten Wind kann es durchaus eine frostige Angelegenheit werden. Also warm anziehen!

 Flora & Fauna Die Stadt wurde auf Birkenpfählen in einem Sumpfgebiet erbaut und war von strategisch-militärischer Bedeutung. Bis Mai ist es relativ kalt und die Vegetation "schläft". Wer die Sommerresidenzen der Zaren in voller Blüte genießen will, sollte erst im Juni/Juli nach Petersburg fahren.
 Gebirge

Höchster Punkt der Stadt: die Peklonnaja Gora 42m über dem Meeresspiegel

 Menschen  
 Bevölkerung ca. 4,6 Mio. Einwohner
 Gemeinden Die Stadt ist in 20 Stadtbezirke aufgeteilt. St. Petersburg verwaltet sich selbst, und ist Verwaltungssitz des Leningrader Oblast.
 Migration In St. Peterspunkt leben nach offiziellen Angaben zu 95% Russen. Die restlichen 5% sind Weißrussen, Ukrainer und verschiedene Minderheiten. Wer nach Petersburg ziehen will muss eine feste Arbeit und einen Wohnsitz nachweisen können. Trotzdem gibt es viele Obdachlose, die jedoch seit 2003 aus der Stadt verbannt wurden und nun in den Vorstädten leben. Über 10.000 Kinder leben auf der Straße.
 Sprachen Russisch
 Religion

Während in der Sowjetunion gegen Religion gehetzt wurde und zahlreiche Gotteshäuser zu Museen, Lagerstätten oder Kinos umfunktioniert wurden, so herrscht heute allgemeine Religionsfreiheit. Laut Umfragen bekennen sich Wenige zum Atheismus. Es gibt unzählige Konfessionen, aber der Hauptteil gehört der russisch-orthodoxen Glaubensrichtung an. Ein gewisser Volksglaube ist weitverbreitet: so wird schon gern mal über die linke Schulter gespuckt, um kommendes Unheil zu verhindern!

Regierung  
Offizieller Name St. Petersburg (Са́нкт-Петербу́рг)
Status Nach Moskau ist Petersburg die zweitgrößte Stadt Russlands und kulturelles Zentrum des Landes. Sie ist Verwaltungssitz des Leningrader Oblast und verwaltet sich selbst.
Politische Institutionen Die Regierungsgewalt der Exekutive wird durch den Gouverneur von St.Petersburg vertreten. Er wird für 5 Jahre von den 52 Abgeordneten der gesetzgebenden Versammlung direkt gewählt. Die Stadtregierung sitzt im Smolny-Institut.
Verwaltungschef

Seit August 2011 ist Georgi Poltawtschenko Gouverneur von St. Petersburg.

Er löste seine Vorgängerin Walentina Matwijenko ab.

 
Wirtschaft    
Wirtschaftszweige

Enge Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland, den Niederlanden, Finnland, China und den USA.

Wichtigster Wirtschaftszweig ist ohne Zweifel die Industrie, vor allem die Eisen-und Elektronikbrache. Ebenso spielt der Schiffsbau eine wichtige Rolle.

 
Arbeitslosenrate Offiziell bei 0,9 %, die niedrigste Quote in Russland.  
Tourismus 5 Mio. Touristen kommen im Jahr nach St.Petersburg. Der Tourismus ist somit ein wichtiger Wirtschaftssektor der Stadt.  
Pro-Kopf-Einkommen

Einkommen eines einfachen Angestellten beläuft sich auf ca. 200 Euro.

Wie in vielen anderen Ländern wird die Spanne zwischen Arm und Reich immer größer. In St. Petersburg leben ca. 1 Mio. Rentner. Die meisten bekommen eine Rente zwischen 20-30 Euro, was kaum zum Leben reicht. Vielen bleib nur das Betteln. Auch soziale Berufe liegen mit ihrem Gehalt knapp über der Armutsgrenze. Viele Familien leben außerhalb der Stadt in den sogenannten "Kommunalkas" (Gemeinschaftswohnungen) und teilen sich mit anderen Bewohnern des Hauses Bad und Küche. Die Obdachlosenrate ist hoch.