Kathedrale der Muttergottes von Kasan

File 198Anderer Name: Kasaner Kathedrale
Russischer Name: Казанский собор (kazanskij sobor)
Adresse: Kasanskaja Plotschtschad 2/ Nevskij Prospekt

Eines der imposantesten Gebäude am Newskij Prospekt ist die Kathedrale der Gottesmutter von Kasan. 1801 beauftragte Paul der I. (Sohn von Katharina der Großen) den Architekten Andrej Worochin, ihm einen russischen „Petersdom“ zu bauen. Paul I. wurde noch im gleichen Jahr von politischen Gegnern erwürgt. Unter der Herrschaft von Zar Alexander dem I. vollendete Worochin nach 10 Jahren den alexandrinisch-klassizistischen Kunstbau, der jedoch mit dem Petersdom in Rom, bis auf Kollonade und Kuppel, nicht mehr viel gemein hatte. Vom Newskij Prospekt aus besticht der Bau zunächst durch die eindrucksvolle, im Halbkreis angelegte Kollonade, die dem Besucher den Weg zur „Paradiespforte“ eröffnet. In vier Reihen führen die 13m hohen korinthischen Säulen zu den Portalen an den Enden des Halbkreises. Die dazugehörige südliche Kollonade wurde leider nie fertiggestellt. Der Haupteingang befindet sich im Westen, gegenüber dem Altar, der nach russisch-orthodoxer Ansicht im Osten liegen muss. Im Zentrum des kreuzförmigen Baus triumphiert eine 71 m hohe Kuppel, die der des römischen Vorbildes gleicht.
File 255Die Kathedrale beherbergt das Grab des Feldmarschalls Kutusow. Kutusow führte die russische Armee im Vaterländischenkrieg 1812 gegen Napoleon. Durch seine vorsichtige Kriegsführung drängte er das französische Heer zurück und befreite Moskau. Das Grab liegt an der Stelle, an der Kutusow angeblich vor der Schlacht gegen Napoleon zur Gottesmutter von Kasan gebetet hat, damit sie ihre schützende Hand über Russland halte. Ihr ist auch die Kathedrale geweiht. 

File 273

Die Ikone – die „Kaskanskaja“ ist weltweit bekannt. Das Original von 1579 wurde in den Kriegswirren gestohlen und bleibt bis heute verschwunden. Es gibt jedoch unzählige Kopien. Die Ikone der Gottesmutter mit dem Jesukindlein gilt als Schutzpatronin, die Wunder bewirkt und Glück bringt. Ihr Gedenktag ist der 4. November und der 21. Juli. In der Sowjetzeit wurde die Kathedrale der Gottesmutter von Kasan, wie viele andere, zum Museum für Religion und Atheismus umfunktioniert. Heute werden wieder täglich russisch-orthodoxe Gottesdienste abgehalten.