Katharinenpalast in Zarskoje Selo (Puschkin)

File 195Russischer Name: Большой Екатерининский дворец (sprich: bolschoj jekaterinskij dvoretz)
Adresse: 25 km südlich von St. Petersburg in Zarskoje Selo (Puschkin), Internet: www.tzar.ru

Das Anwesen des Katharinenpalasts war ursprünglich ein Geschenk von Peter dem Großen für seine Katharina. Katharina I. ließ zunächst nur ein Gebäude errichten. Erst ihre Tochter Elisabeth investierte in den Bau und ließ den italienischen Architekten Bartolomeo Rastrelli, der auch den vierten Winterpalast plante und erbaute, das Prunkgebäude fertigstellen. Der Bau wurde verlängert und aufgestockt. Der Palast ist bis heute unverändert geblieben und die 300 Meter lange barocke Fassade in blau, weiß und gold ist wohl jedem bekannt.
File 98Zum Palast gehört ein riesiger Landschaftsgarten mit Bädern, Eremitage, Grotte, Konzertsaal, Achatpavillon, Cameron-Galerie und einem See. Hinzu kommt später noch der Alexanderpalast (ein Geschenk von Katharina der Großen an ihren Enkel Alexander) mit chinesischem Theater und einem chinesischen Dorf.
Zarskoje Selo war schon immer der beliebteste Aufenthaltsort der Zaren. Ein Ort an den sich auch der letzte Zar Nikolaus II. immer mehr zurückgezogen hat.
Mehrere Bereiche des Palastes sind für Touristen zugänglich. Im Obergeschoss erstrecken sich von der Palastkirche im Norden bis zum Pavillon im Süden unzählige prachtvolle Zimmer.
File 122Ein Geniestreich Rastrellis ist der „Große Saal“, der durch eine optische Täuschung um ein vielfaches größer wirkt. Verspiegelungen, Fenster und ein imposantes Deckengemälde geben dem Raum eine Weite, die durch den Kerzschein bei Veranstaltungen nur noch verstärkt wurde. Es folgen der Bankettsaal der Ritter, der Speisesaal, der Himbeerfarbene Salon, der Grüne Salon, der Portraitsaal, das Bernsteinzimmer und die Gemäldegalerie. Spaziert man weiter in Richtung Palastkirche kommt man in das Arbeitszimmer von Alexander I., das „Grüne Esszimmer“, das Kellnerzimmer und den Blauen Salon. Hier schließen sich Schlafzimmer, so wie Malerei- und Skulpturenkabinett an. Durchquert man den im klassizistischen Stil eingerichteten „Blauen Chinesischen Salon“ gelangt man zur Palastkirche.
File 125Besonders bekannt war das Lyzeum im Nordflügel des Gebäudes. Hier wurden die Kinder der Zaren und besonders begabte Kinder der adeligen Gesellschaft unterrichtet. Im Zentrum stand die Ausbildung zu Staatsbeamten. Die Schule hatte einen hervorragenden Ruf, vor allem wegen ihrer liberalen und humanistischen Grundeinstellung. Freundschaft, Selbständigkeit und die persönliche Würde des Einzelnen standen im Mittelpunkt. Einer der berühmtesten Schüler war der russische Nationaldichter Alexander Puschkin.