Ethnographisches Museum

File 186Russischer Name: Российский этнографический музей (Etnografitscheskij Musej)
Adresse: Inschenernaja Uliza 4/1, Metro Ggostinnij dwor

 

Krimtschaken, Korjaken, Baschkiren, Tataren, Burjaten, Kalmücken, Abasinen, Itelmenen. Fremd hören sich diese Namen an. Blickt man auf die mehr als 100 Volksgruppen, die in Russland leben, wird erst deutlich wie weit und wie vielseitig das Land ist – und wie wenig man darüber weiß. Zar Nikolaus II, der sich wie sein Vater Alexander III für die Vielfalt Rußlands begeisterte, gab diesen Schätzen einen Raum.
Das Ethnographische Museum St.Petersburg (nicht zu verwechseln mit dem Anthropologischen und Ethnographischen Museum auf der Wassiljewskij Insel!), eines der größten ethnographischen Museen der Welt, beherbergt über 500.000 Ausstellungsobjekte und Fotografien. Die Regionen Europäisches Russland, Sibirien und der ferne Osten, Zentral Asien und Kaschastan, Kaukasus und Krim werden dem Besucher auf unterschiedlichste Weise näher gebracht. Die Themen Landwirtschaft, Handel und Kunstwerk, Heim und Familie, Traditionelle Trachen, so wie Feste und Rituale stehen dabei im Mittelpunkt.
Unbezahlbares bietet die Schatzkammer, die leider nur mit besonderer Erlaubnis betreten werden darf: Hier befinden sich unter anderem sakrale buddhistische Ritualgegenstände, silber-beschlagene Waffen aus dem Kaukasus und wertvolle Geschenke des Emirs von Bukhara.
Ethnographie ermöglicht es einem über Fremdes zu sich selbst zu finden. Dies spielt vor allem in einem Land eine besondere Rolle, in dem lange Zeit alles ausgelöscht wurde, was nicht mit dem „Staat“ kompatibel war. Unzählige verschwanden in Arbeitslagern oder wurden systematisch umgebracht. Das Museum bietet dem Einzelnen die Chance seine Wurzeln und die Vielfalt eines unglaublichen Landes wiederzuentdecken, das jahrelang der Gleichschaltung unterlag. Es bringt die Vergangenheit in die Gegenwart und eröffnet neue Perspektiven für die Zukunft.